KO-Tropfen – Medizinreport

Wie KO-Tropfen wirken und wie der Verdacht auf KO-Tropfen bewiesen werden kann:

Informationen dazu auf den Webseiten der allermeisten Frauennotrufe, und:

– im Deutschen Ärzteblatt (Jg. 105 Heft 7, 15. Februar 2008): HTTP://WWW.AERZTEBLATT.DE/ARCHIV/58941

oder: http://www.aerzteblatt.de/pdf.asp?id=58941 (Artikel als pdf-Datei).

– bei den Bremer Frauenseiten, dort auch weiterführende links.

Substanzen:

Alle möglichen Psychopharmaka, falls die Täter da dran gekommen sind, oder hausgemachte Mittel und Drogen aus der Küche. Namen werden hier nicht genannt, Rezept ebensowenig, sorry!!

Wirkung:

Die Symptome setzen nach 15-30 Minuten ein, sie sind bewusstseinsverändernd und wirken zunächst wie starkes Betrunkensein und/oder starke Übelkeit.

In niedriger Dosierung ist ihre Wirkung sie entspannend, in dieser Phase kann ein gesteigertes Kontaktbedürfnis auftreten. Höhere Dosierungen (ggf. einfach, weil immer mehr aufgenommene Substanzen daraus in den Blutkreislauf kommen)  wirken berauschend manchmal wirken Menschen unter ihrem Einfluss sehr laut oder „aufgedreht“ bzw. sehr betrunken – (worauf die weitere Umgebung oft ablehnend reagiert, daher Aufruf an alle: Hinschauen!). Schließlich kann ein komaähnlicher Zustand eintreten.

Weitere Begleiterscheinungen sind Übelkeit, Benommenheit, Brechreiz, Wahrnehmungsstörungen und ein Gefühl der Hilflosigkeit, Opfer dieser Übergriffe beschrieben dies als wie „in Watte gepackt“, „willenlos“ und sogar als „bewegungsunfähig“.

Ihre bekannteste Wirkung betrifft das Gedächtnis: Erinnerungen sind nur noch bruchstückweise und sehr unsortiert vorhanden, oder eben völlig gelöscht, die Tropfen machen es dem Gehirn praktisch unmöglich, Informationen zu speichern.

Da diese Tropfen meistens ins alkoholische Getränke gemischt werden, verstärkt sich ihre Wirkung, und die Kombination mit Übelkeit kann lebensgefährlich werden, wenn eine Ohnmacht hinzu kommt. Darüber hinaus können einige der als K.-o.-Tropfen eingesetzte Substanzen Atembeschwerden bis hin zu Atemstillstand auslösen. Andere Nebenwirkungen sind Übelkeit, Kopfschmerzen und Erbrechen.

Die Wirkung dauert einige Stunden an. Die meisten K.-o.-Tropfen werden vergleichsweise schnell vom Körper eliminiert – innerhalb von 8 Stunden – und sind danach nicht mehr nachweisbar. (Eine Ausnahme wäre unter Umständen eine Einlagerung in die Haare, aber dies setzt mehrfache Aufnahme der Substanzen voraus.)

Für die Betroffenen liegt eine wesentlische Schwierigkeit darin, dass sie sofort die Beweise sichern lassen müssen, also auf einer spezifischen Blut- oder Urinanalyse bestehen müssen. Dies bedeutet, dass Betroffene in einem noch anhaltenden Zustand der Verwirrung, Unsicherheit und großer Übelkeit logisch, kompetent und selbstbestimmt handeln müssen – was sich in der Praxis fast ausschließt. Sie müssten sich umgehend an die Polizei oder die Notrufeinrichtungen wenden oder aus Zeitgründen selber in eine Klinik gehen und dort auf den entprechenden Untersuchungen bestehen. Ärzte und Ärztinnen dort müssen dann bereit sein, die Untersuchungen auch vorzunehmen, oder falls die in der jeweiligen Klinik vorhandenen Labore dafür nicht ausgestattet sind, die Blut- und Urinproben angemessen lagern und an ein Institut für Rechtsmedizin weiterzuleiten – mit Betonung der Dringlichkeit der Untersuchung.

Die bisher eher hohen Kosten (das Deutsche Ärzteblatt von 2008 spricht von bis zu einigen Hundert Euro) werden nicht von den Krankenkassen übernommen. Allerdings übernehmen die Ermittlungsbehörden die Kosten, wenn vorher eine Anzeige erstattet wurde und entweder Polizei oder Staatsanwaltschaft die Untersuchung angewiesen haben.

Fragen und Vorgehensweise bei der medizinischen (oder gerichtsmedizinischen) Untersuchung:

  • Wurden Alkohol, Medikamente und/oder Drogen gleichzeitig konsumiert?
  • Schmeckte das Getränk plötzlich merkwürdig, wurden Getränke oder Lebensmittel angeboten, blieb das Getränk unbeaufsichtigt?
  • Welche Symptome wurden beobachtet:
  • Zustandänderung? Dämmerzustand, Willen- und Reglosigkeit?
  • Später: Erinnerungsstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Herzbeschwerden, Muskelsschwäche?
  • Zeitraum zwischen Einnahme und Meldung bei Arzt/Ärztin oder Polizei?
  • Verletzungen (auch kleinere) am Körper oder im Genital-/Rektalbereich?

Außerdem findet eine körperliche Untersuchung zur Beweissicherung statt, bei der Verletzungen inklusive Bagatellverletzungen detailliert dokumentiert werden, auch das Fehlen von Verletzungen muss vermerkt werden. Dazu kommt das Sichern von DNA-Spuren und von Blut-, Urin- und ggf. auch Haarproben.

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