Abbau patriarchaler Reflexe

Französische Petition zum Thema:

Von Sandrine Goldschmidt und der französischen Aktivistinnengruppe pas de justice pas de paix. Diese Gruppe hat als erste die britische Idee der Twitter-Kampagne #ididnotreport übernommen, unter dem hashtag #jainepasportéplainte. Bestandteil ihrer Aktion war eine Petition an die französische Justiz, die auch unsere Kritik am Rechtssystem gut ausdrückt:

Alors, nous disons ici aujourd’hui que si 99% des violeurs ne sont pas condamnés, non pas parce qu’ils sont innocents (on n’en saura rien) mais parce que la justice -quand elle est saisie- n’a pas les preuves suffisantes, c’est qu’il y a un problème avec la justice. Parce qu’à l’évidence elle n’est pas en mesure de rechercher des faisceaux d’indices indispensables pour une véritable instruction, et qu’elle est gravement parasitée par des stéréotypes sexistes et des fausses représentations concernant les violences et la sexualité. 

Nous demandons l’ouverture d’une vaste réflexion sur le fonctionnement de notre système judiciaire pour qu’il commence, enfin, à tous les niveaux, à abandonner ses réflexes patriarcaux, et à envisager tous les moyens nécessaires pour protéger les victimes de violences sexuelles, enfants, femmes et hommes qui subissent l’enfer au quotidien. Nous exigeons que les choses changent, pour l’avenir de notre société. (Meine Hervorhebung)

http://lapetition.be/en-ligne/petition-10319.html

Übersetzung:

Also sagen wir heute, dass wenn 99% der Vergewaltiger nicht verurteilt werden, nicht weil sie unschuldig sind (…) sondern weil die Justiz – wenn sie eingeschaltet ist – nicht genügend Beweise hat, es ein Problem mit der Justiz gibt. Weil sie offensichtlich nicht imstande ist, das Bündel an Indizien zusammen zu tragen, das für eine wahrheitsgemäße Information unabdingbar ist, und weil sie deutlich von sexistischen Stereotypen und falschen Vorstellungen zu Gewalt und Sexualität durchsetzt ist.

Wir verlangen den Beginn einer umfassenden Reflexion über die Funktionsweise unseres Justizsystems, damit es – endlich – damit beginnt, auf allen Ebenen seine patriarchalen Reflexe abzubauen, und alle notwendigen Mittel zu nutzen, um die Opfer der der sexuellen Gewalt zu schützen: Kinder, Frauen und Männer, die täglich die Hölle erleben. Wir verlangen dass sich die Dinge ändern, für die Zukunft unserer Gesellschaft.

(4. April 2012)

Diese Petition drückt auch unsere Probleme mit der Strafverfolgung bei Vergewaltigungen aus: Es gibt die „Glaubwürdigkeitsprüfung“ bei der Frau, aber es gibt nicht einmal ansatzweise eine „Stereotypen-“ oder „Mythen-“ Prüfung der Polizei, der Staatsanwaltschaft oder der Richterinnen und Richter.

Die gesamte Petition enthält auch noch einmal (auf Französisch) den Text aus dem You Tube Video (der dort allerdings englisch ist).

Diese Petition – oder eine andere kann ja irgendwann vielleicht an das Europäische Parlament geschickt werden.

Es gibt seit einigen Jahren das „Europäische Bürgerbegehren“: Eine Million Unterschriften, und das EU-Parlament muss sich damit befassen. Eine Million Frauen (und ein paar normale Männer) müssten doch zu finden sein!

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