Mittwochszitat – Christine Delphy: Die Funktion der Vergewaltigung

Hart, und Klartext:

Was ein Vergewaltiger will, ist nicht irgendein „ein Sexualkontakt“, es ist genau dieser Kontakt: Einer, der in sich gewalttätig ist, egal, welche Mittel eingesetzt werden; was er will, ist den Willen der Anderen zu brechen, sich vor seinem Opfer daran zu erfreuen und sich dessen zu brüsten. Ihr jegliche Individualität, jeglichen Wert nehmen; ihr stattdessen für lange Zeit und vielleicht ihr Leben lang, das Gefühl zu geben, dass sie nichts ist.

Expertinnen (seien sie ehrenamtlich in feministischen Gruppierungen oder beruflich damit befasst) kennen diese Besonderheit des Wunsches seitens des Vergewaltigers und der Gewalt, die ihn leitet, gut: Es ist der Wunsch zu erniedrigen, zu zerstören – psychisch, wenn schon nicht physisch – und zwar eine Frau. In einem Wort: Der Hass auf Frauen.

(Christine Delphy, Un Troussage de Domestique, Paris 2011,      S. 19-20)

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