FALSCHbeschuldigung!!!! Bitte 10 000 Mal verbreiten!!!!! Nein, 100 000 Mal, mit Schlagzeile.

Leider haben wir, große deutsche Medien, jetzt nur noch sehr eingeschränkt Platz für eine Berichterstattung zu den ganzen Fällen, die gar nicht angezeigt werden, die eingestellt werden, weil keine von der Staatsanwaltschaft wahrnehmbaren Verletzungen vorliegen, weil der Täter ja nicht wissen konnte, dass „Nein“ „Nein“ heißt, die Fälle, in denen absurde Verjährungsfristen aktiven Täterschutz betreiben, – tut uns leid, aber wissen Sie, das Thema Vergewaltigung wurde doch in den letzten Monaten wirklich mehr als genug bei uns thematisiert … auf der Seite Drei der Süddeutschen mehrfach, in vielen Schlagzeilen immer wieder bei FAZ, taz, allen möglichen anderen Medien, wir brauchen jetzt mal wieder andere Themen, wir müssen unseren journalistischen Pflichten gerecht werden, und das mit der Dunkelziffer weiß doch jeder (im Gegensatz zu Falschbeschuldigungen, darüber wird ja nie gesprochen, hier besteht Aufklärungsbedarf) …

Wutanfall beiseite – hier unser Statement dazu:

Fünfeinhalb Jahre Haft für eine (erfolgreiche) Falschanzeige wegen Vergewaltigung.
Stellungnahme: Falschanzeigen sind strafwürdig, keine Frage. Unschuldig in Haft zu sitzen, zerstört. Trotzdem würden wir uns wünschen, dass sämtliche Medien sich mindestens so intensiv mit den über 90% Anzeigen befassen würden, von denen die Masse keine Folgen hat, weil die Definition der Vergewaltigung sich viel mehr an dem (behaupteten) Empfinden der mutmaßlichen Täter orientiert als an der Aussage der Opfer. Dass die ganzen nicht angezeigten Fälle immer wieder Thema sind. Dass Vergewaltigungen – die auch zerstören – auch mit mindestens fünfeinhalb Jahren Haft bestraft werden. Dass „das Bestehen einer längeren intimen Beziehung“ nicht „grundsätzlich als strafmindernd“ zu werten ist, wie der BGH das so schön festgelegt hat. Dass vom Opfer nicht immer wieder gefährliche Gegenwehr eingefordert wird. Dass die Schutzlose Lage so interpretiert wird, wie 1997/1998 vom Gesetzgeber, dem Bundestag, intendiert.
Was die Falschanzeige und das Fehlurteil angeht: Das Versagen des Staates bei Entschädigung und die Verweigerung einer wirksamen Rehabilitation nach Justizirrtümern kann nicht der Täterin in Rechnung gestellt werden. Die Anzeige ja, dass sie das durchgezogen hat, ja. Die anderen Bereiche werden aber nicht durch ihre Haft verbessert. Diese Schäbigkeiten wären durch den Bundestag zu beseitigen. Wird hier etwas verbessert? Wohl eher nicht. Wird hier etwas gefordert? H. Prantl, einmal, vor Jahren, in der SZ, in einem sehr guten und sachlichen Artikel zu genau diesem Fall. Seitdem? Lieber eine Berichterstattung, die geeignet ist, viele von einer Anzeige einer Vergewaltigung abzuschrecken.

Diese Art der Berichterstattung ist fahrlässig und leistet der Einschüchterung von Vergewaltigungsopfern Vorschub. Egal, wie sie intendiert ist.

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